• HEV-Immobilienumfrage 2018: Steigende EFH-Preise und rückläufige Wohnungsmieten

HEV-Immobilienumfrage 2018: Steigende EFH-Preise und rückläufige Wohnungsmieten

06.02.2019 KATHRIN STRUNK MSc Business & Economics Ökonomin Volkswirtschaft und Immobilienmarkt beim HEV Schweiz

Immobilienumfrage – Die Verschnaufpause bei den Preisen für Einfamilienhäuser war kurz – die Preise steigen bereits wieder. Bei den Eigentumswohnungen sind die Preise auf dem Niveau des Vorjahres geblieben. Gleichzeitig werden in der ganzen Schweiz sinkende Mieten erwartet.

Seit den 1980er-Jahren führt der HEV Schweiz jeden Herbst eine Umfrage bei Immobilientreuhändern, Maklern, Analysten und Verwaltern durch. Die Daten stellen eine der längsten verfügbaren Zeitreihen zum Immobilienmarkt dar und bilden eine spannende Grundlage für Vergleiche zur Preisentwicklung. An der diesjährigen Umfrage haben über 270 Experten aus allen Regionen der Schweiz teilgenommen – so viele wie noch nie. In der Westschweiz wurden die Daten in Zusammenarbeit mit der Fédération Rommande Immobilière (FRI) und der Chambre Genevoise Immobilière (CGI) erhoben. Das ermöglichte eine breiter abgestützte Datengrundlage, so dass die Antworten auch für die Westschweiz nutzbar sind. Fahrländer Partner verdichtet die Ergebnisse der HEV-Umfrage jeweils mit eigenen Daten und errechnet damit einen Preiserwartungsindex, der ebenfalls veröffentlicht wird.

Steigende Preise für EFH

Die Anzahl neu gebauter Einfamilienhäuser sinkt stetig. Gleichzeitig träumen aber immer noch viele Menschen in der Schweiz davon, im eigenen Haus zu wohnen. Da ist es kein Wunder, dass die Preise weiter ansteigen. Nach einer kurzen Verschnaufpause in den letzten zwei Jahren erwarten bereits wieder 40 Prozent der befragten Experten steigende Preise für Einfamilienhäuser. Weiterhin gibt es bei den Einschätzungen relativ grosse regionale Unterschiede. Während die Experten in der Genfersee-Region sowie im Alpenraum mehrheitlich sinkende EFH-Preise beobachten, sind die Preise im Mittelland überwiegend konstant bis steigend. In den Regionen Zürich und Ostschweiz scheinen die Preise deutlich gestiegen zu sein. Die Preiserhöhungen dürften vor allem an den steigenden Baulandpreisen liegen – die Experten beobachten nämlich konstante Baukosten. Bei den Eigentumswohnungen erwarten die Experten mehrheitlich gleichbleibende Preise. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich hier die Entwicklung in den verschiedenen Regionen wieder angeglichen.

Sinkende Mieten in der ganzen Schweiz

Die Nachfrage nach Mehrfamilienhäusern mit Mietwohnungen scheint sich etwas stabilisiert zu haben. Im Vergleich zum Vorjahr beobachten weniger Experten eine steigende Nachfrage (39 statt 55 Prozent). Gleichzeitig meldeten 39 Prozent von ihnen ein sinkendes Angebot. Auch bei den Preisen scheint sich eine gewisse Stabilisierung zu zeigen. Dennoch stellen immer noch über die Hälfte der Experten in den vergangenen 12 Monaten steigende oder sogar stark steigende Preise für Mehrfamilienhäuser fest. Gleichzeitig erwarten über die Hälfte der Befragten auch im kommenden Jahr rückläufige Mieten.

Die Entwicklung der letzten Jahre setzt sich in diesem Segment also fort: Aufgrund des Anlagenotstands sind Investitionen in Renditeobjekte weiterhin interessant, auch wenn die Renditen durch die hohen Preise und die rückläufigen Mieten gesunken sind. Jährlich werden um die 50 000 Wohnungen erstellt – und auch 2019 sollen ähnlich viele Wohnungen neu gebaut werden. Im Juni 2018 standen gemäss Bundesamt für Statistik in der Schweiz über 72 000 Wohnungen leer. Das entspricht in etwa dem Wohnungsbestand der Stadt Bern. Die bereits hohen Leerstände dürften sich damit noch weiter erhöhen, und entsprechend hat die Nationalbank bereits erste Warnsignale gegeben. Während in den Städten Wohnraum nach wie vor sehr gefragt ist, gibt es auch Regionen mit hohen Leerständen, wo Mieter eine breite Auswahl vorfinden. Vermieter mit unattraktiven oder älteren Liegenschaften müssen sich also etwas einfallen lassen, um ihre Wohnungen vermieten zu können.

Büro- und Geschäftsflächen: unverändert pessimistische Lage

Die Situation für Büro- und Geschäftsflächen ist nach wie vor schwierig. Durchs Band und für alle Lagen ist nach Einschätzung der Experten die Nachfrage nach solchen Flächen rückläufig. Für die sehr guten Lagen in den grossstädtischen Zentren sind die Experten leicht optimistischer eingestellt, doch auch hier machen sich die Schwierigkeiten des Detailhandels bemerkbar: Aufgrund der Digitalisierung kaufen Kunden heute vermehrt im Internet ein. Zudem lassen sich Büroflächen durch neue Arbeitsmodelle wie Homeoffice reduzieren. Dies führt unter anderem dazu, dass die Nachfrage nach Büro- und Geschäftsflächen gesunken ist.

HEV SCHWEIZ; DATENSTAND: 4. QUARTAL 2018

Erwartete Preisentwicklung für Einfamilienhäuser. QUELLE FAHRLÄNDER PARTNER FPRE;